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Ananse Geschichten aus Ghana
(afrikanische Metaphern).
Sie werden abends nach dem Essen von den Alten für die Jungen erzählt. Es sind Geschichten, die zur Erziehung dazu gehören. Ananse ist eine Spinne, die so schlau ist, dass ihr die eigene Schlauheit manchmal selbst ein Beinchen stellt.








DIE SPINNE UND DIE WEISHEIT


Kwaku Ananse, das Spinnenmännchen, ärgerte sich schon seit vielen Jahren darüber, daß es unter den Menschen so viele weise Männer gab. Er beschloß deshalb, alle Weisheit zu sammeln und für sich und seine Nachkommen aufzubewahren. Zu diesem Zweck holte er sich aus seinem Hause einen großen Tonkrug; den gedachte er mit Weisheit anzufüllen.



Viele Jahre zog er durch die Lande und stellte Mensch und Tier die schwierigsten Fragen. Erhielt er eine kluge Antwort, so öffnete er schnell den Deckel seines Kruges und flüsterte sie zum Staunen seiner Zuhörer hinein. Als er endlich glaubte, alle Weisheit dieser Welt gesammelt zu haben, machte er sich auf den weiten Weg in die Heimat.

"Kwaku Ananse ist nun weiser als die Götter", sang er viele Tage lang vor sich hin, bis er endlich die runden Hütten seines Heimatdorfes erblickte. Da er fürchtete, man könnte ihm im Dorf seinen kostbaren Schatz stehlen, beschloß er, ihn zunächst einmal für ein paar Tage im Wald zu verbergen. Nach der ersten Wiedersehensfreude wollte er heimlich seine Familie zu seinem Versteck führen und sie die Weisheit der Welt in sich aufnehmen lassen.

"Wo verberge ich nur meinen Krug", murmelte er vor sich hin und hielt Ausschau nach einem geeigneten Versteck. Lange überlegte er hin und her und entschied sich schließlich für einen hohen Kazaurabaum, in dessen obersten Ästen er die Weisheit dieser Erde aufhängen wollte.

Er ergriff seinen Krug, band ihn sich mit Schlingpflanzen vor den Bauch und versuchte nun, an dem dicken Stamm emporzuklettern. Weil aber der Krug einen zu großen Umfang hatte, konnte er mit seinen Armen und Beinen die Rinde des Baumes nicht erreichen.

So mühte sich Kwaku Ananse drei Tage lang vergeblich, die gesammelte Weisheit in die luftige Höhe des alten Kazaurabaumes zu bringen. Schon unzählige Male war er auf den Rücken gefallen und hatte sich dabei die Haut abgerissen, die nun in großen Fetzen herunterhing. Trotz seiner Schmerzen und trotz seines großen Hungers kämpfte er verbissen weiter und vergaß dabei völlig, daß er für sein Gefäß wohl noch andere sichere Stellen im Wald hätte finden können.

Während er wieder einmal auf dem Rücken lag und hilflos mit den Beinen in der Luft strampelte, kam ein Hase vorbei und beobachtete das Treiben Kwaku Ananses. Als er endlich wieder auf den Füßen stand, versuchte er wohl zum tausendsten Mal, sein Ziel zu erreichen.

Der Hase war ein gutmütiger Kerl, und so beschloß er, dem sich abmühenden Freund zu helfen.

"Guten Abend, Kwaku Ananse", sagte er freundlich. Bei diesen Worten schrak Kwaku Ananse so heftig zusammen, daß er wieder auf den Rücken fiel und mit seinem Krug vor dem Bauch in den Abendhimmel starrte. Der Hase sprang schnell herbei und befreite den armen Kwaku aus seiner hilflosen Lage.

"Was hast du denn in deinem Krug?" fragte er ihn.

"Das kann ich dir nicht verraten", erwiderte Kwaku Ananse. "Wenn ich dir die Wahrheit sage, müssen wir beide auf der Stelle sterben."

"Nun, dann will ich dieses Geheimnis nicht wissen. Ich habe dir eine Zeitlang zugesehen, wie du dich vergeblich abgemüht hast, deinen bauchigen Krug auf den Baum zu bringen. Wäre es nicht einfacher, wenn du dir das Gefäß auf deinen Rücken bändest?"

"Was sagst du da?" schrie Kwaku Ananse. "Ich dachte, ich hätte alle Weisheit dieser Welt in meinem Krug eingefangen, und jetzt sehe ich, daß es immer noch klügere Leute als mich gibt."

Bei diesen Worten riß er sich seine schwere Last vom Bauch und schleuderte sie mit solcher Gewalt an den Kazaurabaum, daß der Krug in tausend Scherben zersprang.

"Nun mag die Weisheit in alle Welt entfleuchen", schimpfte er und stapfte durch das hohe Gras nach Hause.











Kwaku Ananse und der bärtige Stein

Es gab eine große Hungersnot im Land unter den Tieren. Alle wunderten sich, daß es nichts zu essen gab.

Kwaku Ananse, der Spinnen-Mann war der hungrigste von allen. Er ging in den Wald und suchte und suchte und suchte, aber er konnte kein Essen finden. Er ging und ging und ging, aber konnte kein Essen finden. Er war so müde und hungrig, daß er nicht mehr auf seinen Füßen stehen konnte. In der Tat war er kurz vor dem Sterben. Er fiel auf einen kleinen Ameisen-Hügel, um sich auszuruhen. Gerade war im Begriff, sich auf dem Ameisenhaufen auszudehnen, als er etwas seltsames sah. Es gab einen großen Stein, der ihn ansieht. Der Stein hatte einen Bart und zwei große Augen.

Ananse war so erstaunt, daß er schnell sagte, " Ei was sehe ich, ich habe nie in meinem Leben, einen Stein mit einem Bart gesehen," Ananse hatte kaum aufgehört zu sprechen, als ihn etwas hoch in die Luft hob und dann mit roher Gewalt, PAM, auf die Erde schmiß! Glücklicherweise starb er nicht. Er stand unter Hinken auf und sagte: "Jetzt, weiß ich, was zu machen ist, ich werde nicht mehr hungrig sein. Ich werde nicht mehr böse sein." Er ging nach Hause und verhielt sich mehrere Wochen sehr brav. Als er genas, machte er wieder einen Spaziergang.

Während er ging, er traf Ananse eine Ratte. Er grüßte die Ratte. "Gute Morgen Bruder Ratte. Wie geht es Ihnen heute Morgen "? Die Ratte sagte: es geht mir gut. Ananse fragte die Ratte dann, ob sie nicht gemeinsam einen Spaziergang machen könnten. Die Ratte war einverstanden. Ananse war geschwätzig und er redete über dieses und daß und ging absichtlich an der Stelle vorbei, wo der bärtige Stein war. Sobald sie dort ankamen, gab Ananse vor, schockiert zu sein. Er öffnete seinen Mund und dann sagte er " Bruder Ratte schau mal da"! Die Ratte sah den Stein und rief aus. " Hä! Was sehe ich? Ich habe nie in meinem Leben einen Stein mit einem Bart gesehen . Die Ratte hatte kaum aufgehört zu sprechen, als sie etwas ihn hoch in die Luft hob und dann auf die Erde schmiß, PAM! Die Ratte starb, und Ananse nahm den Körper der Ratte mit zurück in die Heimat. Diesen Abend hatte Ananse eine nette Mahlzeit mit seiner Familie.

Am nächsten Tag ging Ananse wieder spazieren und traf einen Hund. Er grüßte den Hund. Guten Morgen Bruder Hund, wie ist es mit der Krankheit Ihrer Mutter? Geht es ihr besser? Ach es geht ihr ganz gut, wenn nur diese Hungersnot enden würde. Ich werde versuchen für sie etwas zu essen zu finden sagte Ananse. Ich weiß von einer Stelle, wo wir etwas holen können. Warum sollen wir nicht zusammen dort hingehen. Der Hund stimmte zu und damit brachen brachen sie zusammen auf. Ananse ging wieder absichtlich an der Stelle vorüber, wo der bärtige Stein war und hielt kurz an. Ananse sagte " Bruder Hund schau mal wie der Stein aussieht"! Der Hund sah und rief aus, " Hä! Was sehe ich. Ich habe nie in meinem Leben einen Stein mit einem Bart gesehen. Der Hund hatte kaum aufgehört zu sprechen, als ihn etwas ihn hoch in die Luft hob, mit aller Macht auf die Erde schleuderte, PAM! Der Hund starb und Ananse nahm den Körper mit in die Heimat des Hundes und hatte am Abend ein wunderbares Fest mit seiner Familie. Früh am folgenden Morgen ging Ananse wieder aus und traf eine Antilope. Er grüßte die Antilope. " Guten Tag Ordensschwester Antilope. Wie geht es den Kindern heute Morgen "? Sie sind gesagt fein. Ananse fragte die Antilope ob sie mit ihm einen Spaziergang machen wolle. Sie stimmte überein und beide gingen zusammen los.

Ananse ging mit der Antilope zu der Stelle, wo der bärtige Stein war. Er hielt wie üblich an, und die Antilope rief : " Ei der daus! Was sehe ich, ich habe nie in meinem Leben einen bärtigen Stein gesehen". Die Antilope hatte kaum aufgehört zu sprechen, als etwas sie hoch in der Luft hob und roher Macht auf die Erde schleuderte. Die Antilope auch starb, und Ananse nahm den Kadaver wieder mit in die Heimat und hatte noch ein Fest mit seiner Familie. Dies setzte lange fort, und alle Tiere verschwanden. Nur ein Kaninchen hatte von Ananse unbemerkt gesehen, wie Ananse die Tiere getötet und gegessen hatte.

Dann eines Tages traf das Kaninchen auf einem Spaziergang Ananse. Ananse grüßte das Kaninchen höflich und sagte höflich. Herr Rabbit, es ist eine lange Zeit her, daß ich Sie sah . Warum machen wir nicht zusammen einen Spaziergang? Das Kaninchen erwartete dieses schon von Ananse, deshalb willigte es ein mit Ananse zu gehen. Auf dem Weg sagte das Kaninchen zu sich, heute werde ich Ananse eine Lehre erteilen.

Ananse ging wieder dahin, wo der bärtige Stein war, hielt an und sagte Kaninchen schau mal wie der Stein aussieht! Der Rabbit sah den Stein, aber sagte nichts. Ananse sagte, sagen Sie die Wörter. Da Erwiderte das Kaninchen welche Wörter ? Ananse sagte , daß es Stein und Bart sagen sollten. Das Kaninchen sagte Stein und Bart, aber nichts passierte. Dann sagte Ananse dem Kaninchen, daß es dumm sei. Es sollte sagen, ich habe nie in meinem Leben einen Stein mit einem Bart gesehen. Sobald Ananse dieses sagte, hob ihn etwas ihn hoch in der Luft und warf ihn mit große Macht auf die Erde. Leider starb Ananse. Das Kaninchen sagte zu Ananse 's Körper. jetzt hast du am eigenen Körper erfahren, was du den anderen Tieren angetan hast.

Das ist der Grund warum unsere Älteren sagen, willst du eine Ziege Grüßen, wenn jemand glaubt besonders schlau zu sein und andere für Dumm hält. Eines Tages wirst du eine Lehre erhalten.

Wir sollen nicht gierig sein, oder wir erkenne zu spät den Sinn des Sprichwortes: "Ich weiß ist immer beim letzten der es sagt wahr".








WIE KWAKU ANANSI DIE MÄRCHEN DES HIMMELSGOTTES BEKAM


Es wird erzählt, dass es in alten Zeiten keine Spinnenmärchen gab. Alle Märchen gehörten Onyame, dem Himmelsgott. Und niemand außer ihm besaß Märchen.

Damals gab es alle Arten von Tieren: große Tiere und kleine, wilde und zahme, hässliche und schöne Tiere. Kwaku Anansi, der Spinnenmann, gehörte zu keiner Art. Er war ein Niemand, und niemand schenkte ihm Beachtung. Darüber war Kwaku Anansi sehr unglücklich, und er grübelte und grübelte darüber nach, bis er zu dem Schluss kam, dass er berühmt werden musste, um bei allen Anerkennung zu finden. 'Das beste wird sein', sagte er sich, 'wenn die Himmelsgottmärchen Spinnenmärchen werden. Gelingt es mir, Onyame seine Märchen abzuschwatzen, werde ich in aller Munde und berühmt sein.'

Am selben Tage machte sich der Spinnenmann auf den Weg zum Himmelsgott. Gleich nach seiner Ankunft trug er ihm sein Anliegen vor. "Gib mir die Märchen, Onyame", bat er, "du hast sie lange genug besessen. Ich will sie dir abkaufen."

Der Himmelsgott wunderte sich über Kwaku Anansis Wunsch. Warum glaubst du, kleiner Spinnenmann, dass ausgerechnet du sie kaufen kannst?" fragte er.

"Weil ich weiß, dass ich es kann", war Kwaku Anansis Antwort.

"Große und mächtige Städte wie Kokofu, Bekwar und Asumengya waren schon bei mir, aber selbst sie konnten sich die Geschichten nciht leisten", gab der Himmelsgott zu bedenken. "Und nun willst du, eine armselige Spinne, dazu imstande sein?"

Der Spinnenmann ließ sich aber nicht bange machen. "Was kosten deine Geschichten?" fragte er.

"Sie können für nichts gekauft werden denn für Onini, die Pythonschlange, die so lang ist wie die Wegstrecke zwischen Kumasi und Accra; Mmoboro, den Hornissenschwarm; Osebo, den Leoparden, und Mmoatia, die Märchenfee."

Der Spinnenmann war nicht aus der Ruhe zu bringen. "Das alles bekommst du von mir."

Zu Hause angekommen, beriet sich Kwaku Anansi mit seiner Frau Aso. "Was kann man bloß tun, um Onini, die Pythonschlange, zu bekommen?" fragte er sie.

Die kluge Aso riet ihm: "Schneide den Zweig einer Palme ab. Hole zudem die starken Fasern von Schlingpflanzen. Trage alles zum Fluss hinunter und fessle die Schlange."

Kwaku Anansi befolgte ihren Rat. Auf dem Weg zum Flussufer brummte er vor sich hin: "Er ist länger als sie. Er ist nicht lang genug. Du irrst, er ist länger ... Ach, aber dort liegt sie ja!" Ja, da lag Onini, die Schlange. Und sie war so lang wie von Kumasi nach Accra! Onini, die Kwaku Anansis Selbstgespräch mit angehört hatte, fragte ihn voller Neugier: "Was redest du da?"

Der Spinnenmann spielte den Ärgerlichen. "Ich hab' mich gerade mit meiner Frau Aso unterhalten. Sie will wissen, dass dieser Palmzweig länger ist als du, aber ich glaube ihr das nicht."

Die Pythonschlange hob neugierig den Kopf. "Komm doch und miss selbst nach!"

Da ergriff Anansi den Palmzweig und legte ihn auf den Schlangenleib. Dann sagte er zu Onini: "Streck dich!" Und als sich die Schlange streckte, nahm er geschwind eine dicke Faser und wand sie um ihren Leib. Die Faser machte beim Winden "Nwenene! Nwenene! Nwenene!" Und hast du sie nicht gesehn? - war Onini vom Kopf bis zum Schwanz gefesselt. "So, du Dumme!" sagte Kwaku Anansi zu ihr. "Nun bekomme ich für dich Onyames Märchen!"

Und er brachte die Schlange dem Himmelsgott.

"Gut. Meine Hand hat die Schlange berührt", erklärte der Himmelsgott dem Spinnenmann. "Nun bliebt noch der Rest zu erfüllen."

Zu Hause berichtete Kwaku Anansi alles seiner Aso. "Jetzt wären die Hornissen an der Reihe", schloss er.

"Nimm einen Flaschenkürbis, füll ihn mit Wasser und geh damit los", war der Rat seiner Frau.

Der Spinnenmann tat, wie ihm geheißen. Als er im Busch einen Hornissenschwarm entdeckte, der an einem Baume hing, bespritzte er ihn. Den Rest des Wassers goss er über sich selbst, schnitt ein Wegerichblatt ab und bedeckte damit seinen Kopf. Dann sprach er zu den Hornissen: "Da es regnet, wäre es für euch wohl das beste, in meinen Flaschenkürbis zu fliegen, damit euch die Regentropfen nicht erschlagen. Ich selbst habe mir zum Schutz ein Wegerichblatt auf den Kopf gelegt." Die Hornissen summten: "Wir danken dir, Kwaku Anansi. Wir danken dir!" Und alle flogen - "Fom!" - in den Flaschenkürbis. Der Spinnenmann verschloss ihn rasch und sagte lachend: "Dummköpfe, jetzt habe ich euch, nun kann ich euch für die Geschichten Onyames eintauschen."

Und er brachte die Hornissen zum Himmelsgott. Der meinte bloß: "Ja, das wären die Hornissen. Meine Hand hat sie berührt. Jetzt bleibt noch der Rest."

Als der Spinnenmann heimkam, sagte er zu seiner Frau: "Jetzt kommt Osebo, der Leopard, an die Reihe. Aber wie fange ich ihn bloß?"

Aso riet ihm: "Geh und grab ein Loch."

Anansi brummte: "Mhm, ich verstehe." Dann machte er sich auf die Suche nach Leopardenspuren. Als er welche gefunden hatte, schaufelte er eine sehr tiefe Grube, bedeckte sie mit Ästen und ging zufrieden heim.

Am nächsten Morgen ganz früh, als im Dämmerlicht die Dinge noch kaum zu erkennen waren, marschierte er zur Falle zurück, und - hast du ihn nicht gesehn? - da lag der Leopard in der Grube! Anansi sagte zu ihm, und es klang vorwurfsvoll und zärtlich: "Vaterkindlein, Mutterkindlein, du sollst dich doch nicht betrinken! Du aber hast über den Durst getrunken und bist ins Loch gefallen. Ich möchte dir aus der Patsche helfen. Ich fürchte bloß, dass du mich oder meine Kinder dann überfallen wirst, vielleicht schon morgen, ach ja!"

Der Leopard beeilte sich, zu versichern: "Oh! Ich könnte so etwas überhaupt nicht tun. Sei ganz beruhigt und hilf mir!"

Nun schnitt Kwaku Anansi zwei starke Stöcke ab, legte einen auf die eine, den anderen auf die andere Seite der Grube und befahl dem Raubtier: "Gib die eine Pfote hierher und die andere dorthin."

Der Leopard tat, wie befohlen. Als er sich aber anschickte, herauszuklettern, schwang Anansi sein Messer und traf mit dem Knauf - "Gao!" - den Kopf des Gefangenen. Der Leopard fiel in die Falle zurück, und "Tom!" machte der Aufprall seines Körpers auf der Erde. Nun stieg Anansi auf einer Leiter in die Grube hinab. Dort fesselte er das Tier, schleppte es nach oben und sagte mit einem schlauen Lachen: "Dummkopf, jetzt tausche ich dich für die Geschichten des Himmelsgottes ein."

Auf dem Rücken trug er nun den unglücklich seufzenden Osebo vor den Thron des Himmelsgottes. Onyame war erstaunt, dass es Kwaku Anansi gelungen war, auch den Leoparden zu fangen.

"Meine Hände haben ihn berührt. Bleibt noch, was bleibt", erinnerte er den schlauen Spinnenmann.

Der schnitzte eine flachgesichtige Akua-Puppe aus schwarzem Holz, holte Baumharz und bestrich den Puppenkörper damit. Die Hand der Puppe füllte er mit gestampfter Yamwurzel. Und er schüttete etwas von dem Brei auch in ein Messingnäpfchen. Dann befestigte er einen Strick an dem Kopf der Akua-Puppe und stellte sie schließlich an den Fuß eines Odumbaumes, wo die Feen zu spielen pflegen.

Schon kam eine Fee herbei.

Sie fragte: "Akua, darf ich etwas von diesem Brei essen?"

Anansi zog am Strick und die Puppe nickte.

Die Fee wandte sich an ihre Schwester und sprach: "Akua erlaubt, dass ich von ihrem Brei esse. Also werde ich essen."

Als sie mit dem Essen fertig war, bedankte sich die Fee bei der Puppe.

Aber die Puppe gab keine Antwort.

Da sagte die Fee zu ihrer Schwester: "Ich bedankte mich bei ihr, sie sagt aber nichts."

Die Feenschwester riet ihr: "Schlag sie ein wenig ins Gesicht."

Und - "Pa!" - schlug die kleine Fee zu. Aber ach, ihre Hand blieb an der Wange kleben. "Meine Hand ist klebengeblieben", klagte sie der Schwester.

Die riet: "Nimm die andere Hand und schlag sie noch einmal, dann wird sie schon was sagen."

"Pa!" - nun konnte die Fee auch die zweite Hand nciht mehr zurückziehen. Sie jammerte: "Meine beiden Hände kleben fest."

"Gib ihr doch mit dem Körper einen Stoß!"

Die kleine Fee befolgte auch diesen Rat, aber nun klebte auch ihr Bauch fest.

Anansi kam aus seinem Versteck hervor und fesselte die kleine Fee. "Dummerchen, jetzt hab' ich auch noch dich", triumphierte er, "nun kann ich dich zum Himmelsgott bringen, um für dich seine Märchen einzutauschen."

Glückselig machte sich der Spinnenmann auf den Weg.

Als sie vor dem Thron anlangten, sagte er zu Onyame: "Himmelsgott, hier ist die Fee, von der wir gesprochen haben."

Nun blieb dem Himmelsgott nichts weiter übrig, als den Ältestenrat zusammenzurufen. Und er sprach zu den Häuptlingen:

"Große Könige waren nicht imstande, meine Himmelsgottgeschichten zu kaufen. Es ist unglaublich: Nur Kwaku Anansi, der Spinnenmann, kann den Preis bezahlen. Ich habe von ihm Osebo, den Leoparden, erhalten und Onini, die Pythonschlange, und noch vieles mehr." Und er fuhr fort: "Lasst uns sein Lob singen!"

Da riefen alle aus voller Kehle: "Eeee!"

Der Himmelsgott erklärte feierlich: "Kwaku Anansi, von heute an für alle Zeiten gehören dir meine Himmelsgottmärchen. Kose, kose, kose, mein Segen, mein Segen, mein Segen" Sie sollen fortab nicht mehr Himmelsgottmärchen heißten, wir werden sie nur noch Spinnenmärchen nennen."

Und das ist die Geschichte der Spinnenmärchen.

Wenn die Spinnenmärchen erzählt werden, ist Kwaku Anansi irgendwo versteckt - auf einem Baum, im Gras, an der Hauswand oder an der Decke - un hört zu. Und ihr könnt sicher sein, dass er sich freut, weil von ihm, Kwaku Anansi, so viel die Rede ist.







Auf der Suche nach Ananse bin ich heute auf einen schönen
Link gestossen. Leider nur in englisch.



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